Tinder – die Dating – Katastrophe

Neuen Untersuchungen zufolge sind nahezu 50% der Tinder-Nutzer nicht einmal Single. Aber was ist Tinder überhaupt?

Tinder ist eine Dating-App, bei der man lediglich nach dem äußeren Erscheinungsbild des anderen entscheidet, ob man mit diesem in Kontakt treten möchte. Man begutachtet ein Foto einer Person und wischt die Person nach rechts weg, wenn sie einem gefällt. Nach links, wenn sie einem nicht gefällt. Wenn sich zwei Personen nach rechts gewischt haben, dann gibt es ein sogenanntes Match. Beide haben Interesse und man nimmt somit Kontakt auf miteinander, so ist zumindest die Theorie.

Was hat Facebook mit Tinder zu tun und wieso will es auf mein Profil zugreifen?

Tinder kann man nur nutzen, wen man ein Facebook-Profil hat und dieses bei der Anmeldung für Tinder freigibt. Somit gibt man auch alle Kontakte frei. Der Hit ist jedoch, dass Tinders AGB die Verwendung deiner Facebook-Daten für weitere Drittanbieter genehmigt. Das heißt kurz und knapp: Sobald du dein Facebook Profil freigegeben hast sind deine Daten nicht mehr deine! “We may share information, including personal and financial information, with third parties that perform certain services on our behalf.” schreibt Tinder in den AGBs, die jeder Nutzer vor der Anmeldung akzeptieren muss.

Das beste fehlt jedoch noch den Tinder will mehr: Die Facebook-Fotos. Das Haupt-Facebook-Foto ist gleichzeitig das Tinder-Profilbild. Zusätzlich will Tinder das Alter und die „Gefällt mir“-Angaben des Users. Weiterhin benötigt Tinder noch Zugriff auf die GPS-Daten des Smartphones, auch dann wenn du Tinder gar nicht aktiv nutzt werden deine Standort-Daten im Hintergrund an Tinder übertragen. So lassen sich Bewegungsprofile von dir erstellen. Seit April 2015 zwingt Tinder die Nutzer auch noch dazu, persönliche Informationen über die politische und religiöse Einstellungen, sowie die aktuellen und ehemaligen Arbeitgeber via Facebook freizugeben.

Ein weiteres Problem für die Partnersuche, das sich durch die Verbindung von Tinder mit Facebook ergibt, ist dass man zur effektiven Nutzung von Tinder zusätzlich sein Facebook-Profil attraktiv für die Partnersuche halten muss. Diese Profilpflege kann einige Zeit und Mühe in Anspruch nehmen und im Widerspruch zur Nutzung des Facebook-Profils im familiären Umfeld stehen.

Ist Tinder kostenlos?

Die App verdient bislang kein Geld und lediglich fünf bis sechs Prozent der Tinder-Nutzer seien bereit, für die Funktionen zu zahlen (laut der Bank Morgan Stanley). Mittlerweile gibt es Tinder-Plus. Das Plus-Angebot ermöglicht es, auch über die direkte Umgebung hinaus Nutzer kennenzulernen und versehentlich weggewischte Profilbilder noch einmal anzuschauen. In der Gratis-Version ist neuerdings die Anzahl der „swipes“ limitiert. Nach ca. 100 „swipes“ ist für 12 Stunden Schluss.

Nutzer sind verärgert!

Für Ärger bei den Nutzern sorgt nicht nur, dass sie zahlen sollen, sondern auch die Tarifstruktur. Je älter man ist, desto teurer wird es. Schon als 24 jährige Tinder-Nutzerin kostet Tinder-Plus 9,99 Euro im Monat. Über 30 jährige zahlen mit 19,99 Euro das Doppelte. Ist das nicht unfair?

Wieso ist Tinder nicht für eine Partnersuche geeignet?

Damit man überhaupt die Chance bekommt, eine andere Person kennenzulernen, muss man „geliked“ werden. Das heißt man muss aus der Masse der hintereinander gezeigten Bilder positiv auffallen, damit die andere Person einen nach rechts wischt. Es kommt nahezu ausschließlich auf das erste Bild an. Viele „swipen“ auch nur nebenbei als Freizeitbeschäftigung. Hier geht man sehr schnell in der Masse der Bilder unter.

Das A und O ist also das Profilbild: Was also tun? So gut wie alle Tinder-Profis benutzen Bildbearbeitungs-Software wie Adobe Photoshop um ihre Bilder zu manipulieren. Es werden nicht nur die besten Bilder ausgesucht, sondern diese auch noch entsprechend verschönert. Bevor man Tinder nutzt, ist es quasi Voraussetzung seine Bilder aufzupolieren. Je attraktiver man für die Kamera ist und je besser man Bilder optisch verschönert, desto größer sind die Chancen auf Tinder. Innere Werte zählen hier nicht. Fazit: Tinder ist mehr ein Spielzeug für Anfang 20 Jährige, die Ihren Marktwert testen wollen und denen Daten- und Persönlichkeitsschutz nicht sonderlich wichtig sind. Für die seriöse Partnersuche ist Tinder nicht geeignet. Und selbst für eine Affäre oder schnellen, unkomplizierten Sex ist man bei Casual-Dating Portalen deutlich erfolgreicher. Wenn du auf der Suche nach einem Flirt oder sogar einem festen Partner sind, empfehlen wir eine Online Partnervermittlungen wie Parship oder eine Singlebörse wie Lovescout24. Beide haben ebenfalls sehr gute Apps und können kostenlos getestet werden.

FLYmobile Autor

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